Die Germania Friedens/Kriegsdrucke

Der Unterschied Friedens- bzw. Kriegsdruck anhand einer 3 Pfennigmarke.

An der Markenvorderseite unterscheidet sich der Friedensdruck (rechts) vom Kriegsdruck durch sein klareres Druckbild und der sauber abgegrenzten Linien. Der Übergang von Friedens auf Kriegsdruck ist kein abrupter sondern vielmehr ein schleichender, der durch die zunehmend abgenützten Maschinen und Platten, als auch von der kriegsbedingten schlechteren Qualität der Farben herrührt. Daher fällt auch auf das bei Marken, welche in großen Mengen produziert wurden der Kriegsdruck früher auftritt als bei weniger oft produzierten.

An der Markenrückseite erkennt man den Kriegsdruck an dem immer schlechter sichtbaren Wasserzeichen, sowie an der gelblichen Verfärbung des Gummis, sofern vorhanden.

Die Verfärbung des Gummis ist eine kriegsbedingte Erscheinung der Seeblockade durch Alliierten Streitkräfte, da im Laufe des Krieges der Vorrat an Naturkautschuk als wesentlicher Bestandteil des Gummis zur Neige ging, mußten alternative Materialien verwendet/beigemischt werden, durch die sich der Gummi gelb färbte.

Auch bei den Schiffszeichnungen kann man anhand der Gummierung auf das Herstelldatum schließen (Bild unten).

 

Friedensgummi: matt, feine Bruchstellen, diagonal verlaufende Struktur, weis

Kriegsgummi: matt bis glänzend, ohne Struktur, oft auch "dick" aufgetragen, gelblich

 

Hier im Bild 3 Marken der dt. Post in China (38 I und II).

Erstes Exemplar (links) weißer Gummi, diagonal verlaufende Struktur, klares Druckbild, Wasserzeichen gut erkennbar. Schöne Type I Friedensdruck.

Rechte Marke Type II, Kriegsdruck, gelblicher Gummi, keine Struktur, dick aufgetragene Gummierung, Wasserzeichen kaum sichtbar, ... klare Type II.

Mittlere Marke der typische Übergang, zwar ist das Druckbild klar, was auf Type I hinweisen würde, jedoch die Farbe ist fett aufgetragen, Wasserzeichen ist mittelprächtig zu sehen und die Gummierung scheint ohne Struktur, ist jedoch eher matt mit feinen Bruchstellen und erscheint nicht als dick aufgetragen. Die Farbe hingegen ist sehr gelblich.

In diesem Fall entscheidete der Prüfer für eine Type I - Friedensdruck.