Samoa

Deutsche Post im Ausland ab 21.9.1886, deutsches Schutzgebiet ab 1.3.1900

Die Samoa-Inseln liegen in der Südsee, rund 3.500 km östlich von Australien.

Das hanseatische Handelshaus Johann Cesar Godeffroy & Sohn hatte bereits seit den fünfziger Jahren ein großes Handelsnetz mit 45 Niederlassungen in der ganzen Südsee aufgebaut. Hauptsitz war Apia auf der Samoa-Insel Upolu. Neben diesen Handelsagenturen wurde eine eigene Handelsflotte und eine eigene Werft betrieben. Der Einflußbereich reichte von Hinterindien bis Chile.

Auch amerikanische und englische Kaufleute liesen sich auf Samoa - der Perle der Südsee - nieder. So entstand ein Wettstreit zwischen den drei Nationen, um den Besitz der Samoagruppe.

Bereits am 21.9.1886 wurde in Apia eine "Deutsche Postdampfschiffsagentur" als deutsche Postanstalt im Ausland errichtet, um die Handelsinteressen abzusichern.

Am 2.12.1899 wurde in Washington das "deutsch-amerikanisch-englische Samoa-Abkommen" vereinbart. Demzufolge wurde der westliche Teil der Inseln mit den Hauptinseln Upolu und Sawaii sowie zwei weitere kleinere Inseln dem Deutschen Reich zugesprochen. Der östliche Teil mit den Inseln Tutuila und einigen kleineren Inseln ging an Amerika. England verzichtete auf alle Interessen. Mit Hissung der Reichsflagge am 1.3.1900 auf Upolu wurde Samoa deutsches Schutzgebiet.

Mit Beginn des I. Weltkrieges hatte der Gouverneur von Samoa, Dr. Schulz-Ewerth, eine Polizeitruppe, die aus 52 Häuptlingssöhnen bestand und von zwei Deutschen geführt wurde. Gegen ein ganzes britisch-neuseeländisches Geschwader mit 6 Kriegsschiffen und 2 Transportschiffen war an keinen Widerstand zu denken. Als 1.400 neuseeländische Soldaten landeten übergab Dr. Schulz-Ewerth die Kolonie am 29.08.1914.

Nach dem Krieg ging das Gebiet an den Völkerbund, der das Verwaltungsmandat an Neuseeland vergab.

 

MiNr. 1 - 6: DR 45-50 (sog. Krone/Adler)

MiNr. 7 - 19: Kaiseryacht (ohne Wz)

MiNr. 20 - 23: Kaiseryacht (mit Wz 1)