Die "Specimen" Aufdrucke

Marken der Deutschen Reichspost mit "Specimen" Aufdrucken verdanken ihre Entstehung zum einem den Verfahrensweisen des Weltpostvereins, und zum Anderen den Postverwaltungen des Britischen Commonwealth.

Marken der dt. Auslandspost in Marocco mit "Specimen" Aufdruck.

Auf dem Weltkongreß von 1878 verständigten sich die Mitglieder des Weltpostvereins, neue erschienene Briefmarken (in der endgültigen Fassung der Schalterausgabe) zur Bekanntgabe des Aussehens gegenseitig auszutauschen. Es gibt keine Bestimmungen bezüglich der Beschaffenheit dieser Exemplare, sodaß die meisten Postanstalten unüberdruckte Exemplare an die Mitglieder auslieferten. Lediglich einzelne Postanstalten wie die des Britischen Commonwealth versahen Ihre Exemplare mit "Specimen" Aufdrucken (engl.: Muster, Probe, Exemplar). Dies wiederum wurde von den Postverwaltungen, welche ihre Exemplare ohne Aufdruck abgaben mit Argwohn betrachtet, da diese Aufdrucke für Amtliche Vergleichssammlungen unpassend waren. Leider ließen sich die Postverwaltungen des Britischen Commonwealth nicht davon überzeugen diese Aufdrucke zu unterlassen, so dass sich die deutsche Reichspost im Jahr 1900 dazu entschloß, nun ihrerseits auch die Briefmarken für die Mitglieder des Weltpostvereins mit "Specimen" Aufdrucken zu versehen um "volle Gegenseitigkeit" herzustellen.

Da "Specimen" des öfteren mit Probedrucken verwechselt werden, sei noch mal darauf hingewiesen, dass es sich bei Briefmarken mit "Specimen" Aufdrucken um Exemplare in der endgültigen Fassung der Schalterausgabe handelt.